Kürzlich verfolgte ich eine ausführliche technische Diskussion über die Optimierung von Laborabläufen, in der eine überzeugende Statistik der American Society for Clinical Pathology (ASCP) zitiert wurde: Die systematische Beseitigung von Verschwendung und Nacharbeit bei Routineverfahren kann die Betriebskosten eines Labors um bis zu 20 % senken.

In der klinischen Praxis stellen die finanziellen Kosten jedoch nur die Spitze des Eisbergs dar. Das größte Risiko eines Fehlers bei der Probenentnahme liegt in dessen Folgewirkungen.
Wird eine Blutprobe außerhalb der Standardvorgaben, mit unzureichendem Volumen oder falsch beschriftet entnommen, beschränken sich die Folgen nicht auf den Probenentnahmeraum. Diese geringfügige Abweichung verzögert das Screening, blockiert den Analyseprozess, erfordert eine erneute Probenentnahme und verzögert letztendlich wichtige Therapieentscheidungen – wie beispielsweise den sofortigen Beginn einer Antibiotikatherapie bei einem septischen Patienten auf der Intensivstation. Jede Minute, die in der präanalytischen Prüfung verloren geht, ist kostspielig für den klinischen Verlauf.
Wo Lean auf den Sammelraum trifft.
Die Anwendung der Lean-Methodik und des 6S-Programms im Gesundheitswesen zielt darauf ab, den Wertstrom so abzubilden, dass ausschließlich das beibehalten wird, was die Patientensicherheit erhöht, und redundante Schritte sowie Quellen manueller Störungen eliminiert werden.
Bei Greiner Bio-One wenden wir dieses Prinzip bei der Entwicklung der eTrack-Architektur gleich zu Beginn des Prozesses an:
- Vermeidung unnötiger Bewegungen und Kontrollen: Der Anwender muss keine Zeit mehr mit dem Konsultieren von Diagrammen oder dem Durchsehen von Listen verschwenden, um die Reihenfolge der Röhrchen und die Homogenisierungsregeln zu ermitteln. Das System führt den Prozessablauf intuitiv auf dem Bildschirm.
- Drastische Reduzierung des manuellen Arbeitsaufwands (Hands-on-Zeit): Durch die Validierung der Sammelparameter zum Zeitpunkt der Punktion werden nachträgliche Kontrollen am Analysetisch vermieden.
- Integrierte Sicherheit im Prozess: Das digitale Schloss verhindert, dass nicht standardisierte Proben den Probenahmeraum verlassen. Abweichungen werden direkt an der Quelle gestoppt, bevor sie die Wertschöpfungskette des Labors beeinträchtigen können.
Industrie 5.0: Technologie im Dienste des Menschen.
Es wird viel über automatisierte Förderbänder und Roboter gesprochen, doch der eigentliche Wandel, den wir heute erleben, ist ein Wandel hin zu einer menschenzentrierten Automatisierung. Technologie ersetzt nicht das Urteilsvermögen des Mitarbeiters; sie dient als Schutzschild gegen kognitive Überlastung und Bedienungsfehler.
Die Gewährleistung intelligenter, papierloser Prozesse im Probenentnahmeraum ist der erste Schritt hin zu einem wirklich schlanken, sicheren und effizienten Labor.
Eine Umarmung
Leonardo Lippel Rodrigues
Vertriebs- und Technologiemanager

